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Auszug aus dem Pfarrarchiv
      - aus dem Jahr 1945 -

Handschriftliche Aufzeichnung aus der Pfarrchronik
von Stadtpfarrer Dr. Carl Graf vom April/ Mai 1945
zur Zerstörung des Altarraumes von St. Michael:

... „Die letzten Tage des Krieges hat auch unsere Pfarrkirche St. Michael noch schwer getroffen.

Am 30. April 1945 abends 10.00 Uhr entstand ein fürchterliches Schießen um die Kirche.

Plötzlich ein gewaltiger Einschlag, alle Lichter verloschen.

Während die ganze Nacht hindurch Granate auf Granate flog, die aber weitere Schäden nicht verursachten, war in unsere Pfarrkirche durch das vordere Nordfenster eine Granate eingeschlagen. Sie durchbohrte die Bekrönung des Hochaltars, prallte an der Apsiswand hinter dem Altar ab, durchschlug das Altarbild und explodierte am Kirchenboden. Ihre Wirkung war verheerend.

Ein etwa 7 Meter im Umkreis großer und 1 ½ Meter tiefer Trichter – die Epistelseite des Altares völlig zertrümmert, das Altarbild total zerfetzt, die beiden Säulen gänzlich zersplittert, die Altarstufen zerschlagen, vom Sedilienpodium nurmehr Splitter, die Wände des Presbyteriums, sowie die Deckenfresken über dem Altar und dem Sakristeiraum von einer Unmenge von Granatstücken durchsät.

Schutt und Kalk und Staubwolken verhüllten zunächst den ganzen Kirchenraum.

Erst in den Morgenstunden, nachdem wir uns von den sausenden Granaten die Nacht über in den Keller geflüchtet hatten, konnten wir alles überschauen.

Dann aber machten sich Frauen und Mädchen daran, die Bruchstücke und Splitter des Hochaltares zusammenzulesen.

Unterdessen fuhren die Amerikaner durch Berg am Laim. Der Empfang war kühl.  

6. Mai:

Heute hat der Pfarrer die Gemeinde aufgerufen zum Wiederaufbau des Hochaltars und zur Renovierung der Kirche.

Schon die ersten Spenden lassen erkennen die freudige Zustimmung der Leute.

Die Maiandacht seit dem 2. Mai ist dicht besucht.

Die Predigten behandeln die verschiedenen Anrufungen Maria als Mutter. Baumeister Berlinger sen. hat sich bereit erklärt, das Gerüst aufzustellen. Schreinermeister Krechting übernimmt den Aufbau des Altares. Die Ausführung hat sein Mitarbeiter Maier.

Von Prälat Hertig wird mir die Goldfassung der Firma Jos. Pfefferle empfohlen. Stukkateur Killer erhält die Stuckarbeiten. In Perlach renoviert das dortige Altarbild der Kunstmaler August Kröninger. Vielleicht kann er unser Bild auch wiederherstellen.“ ...