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Bücherei St. Michael

Unsere "Neuen Bücher"

 
Das Leben ist schön!
Martina kümmert sich um Martha. Martha ist Mitte achtzig und in einer "poetischen Verfassung". So nannte das Heinrich, der Mann, mit dem Martha fast vierzig Jahre lang zusammenlebte. Aber jetzt ist Heinrich tot, und Martina beschließt, sich der alten Dame anzunehmen, ohne mit ihr verwandt zu sein oder sie auch nur gut zu kennen. Oder ist es vielmehr Martha, die sich Martina ausgesucht hat? So genau ist das nicht mehr auszumachen, aber es ist auch nicht wichtig, weil sie nämlich beide glücklich sind, so wie es ist. Martina Bergmann tritt in ihrem ebenso klaren wie empathischen Bericht den Gegenbeweis dafür an, dass die Betreuung eines dementen Menschen eine Bürde sein muss. Sie
schildert, wie es sich anfühlt, mit jemandem zusammenzuleben, der trotz seiner Einschränkungen klug und humorvoll, ja geradezu hellsichtig ist. Ein glänzend geschriebenes Plädoyer für das würdevolle Zusammenleben der Generationen. Und ein bewegendes Portrait zweier unkonventioneller Frauen.

 

Drei Epochen, drei Frauen, drei Schicksale

In den Geschichten von Martha, Maria und Magda im schlesischen Gleiwitz spiegelt sich die Geschichte einer Grenzregion wider: die Geschicke von Deutschen, Polen und Tschechen, Christen und Juden, die liebten und hassten, Familien gründeten und einander verließen, vertrieben wurden und sich wiederbegegneten. Dörthe Binkert spannt gekonnt den großen Bogen von den 20er- bis zu den ausgehenden 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts. Mit viel Gespür und noch mehr Herzblut zeichnet sie das Porträt einer Zeit und einer Region, in der Freude und Leid nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt waren.

 

Jon ist ein guter Mensch in einer schlechten Welt. Als Staatsdiener der britischen Regierung in London muss er täglich unmoralisch handeln. Um seiner Entfremdung zu entkommen, schreibt er Liebesbriefe im Auftrag alleinstehender Frauen. Eine von ihnen ist Meg, die sich gerade von ihrer Alkoholsucht erholt. Von seiner Handschrift und seinen Worten betört, sucht sie Jon inmitten der pulsierenden Großstadt auf...
Gibt es sie wirklich, jene Liebe, die wahrhaft süß ist, weil sie den anderen - seine Verletzungen, seine Einsamkeit - ernst nimmt? In ihrem ergreifenden und skurril-witzigen Roman fragt A.L. Kennedy, wie in unserer narzisstischen Zeit wahre Gefühle noch möglich sind.

 

Deutschland in den achtziger Jahren: Volker Winterberg leistet seinen Zivildienst in einem Seniorenheim im Ruhrgebiet ab. Doch eigentlich möchte er Schriftsteller werden. Um sich inspirieren zu lassen, trampt er nach Paris, hängt in Kneipen herum, gewinnt auch die Teilnahme an einem Nachwuchsschriftsteller-Wettbewerb in Berlin und lernt dort nicht nur die attraktive Katja kennen, sondern auch eine Reihe bekannter Schriftsteller. Mit Katja kommt es zu einer Affäre. Doch der große Durchbruch als Literat lässt noch auf sich warten. - Eigentlich hat der Romanerstling des Journalisten Hilmar Klute das Zeug zu einem ebenso originellen wie durchaus poetischen Roman mit liebevoll ironischem Unterton, einem Roman, der gekonnt Elemente der Road Novel mit dem eines modernen Bildungsromans (oder, wie es neudeutsch heißt, "Coming-of-Age-Novel") verbindet. Was bei der Lektüre aber zunehmend nervt, ist, wie der Autor dem Leser immer wieder sein Wissen um die erste Garde deutscher Schriftsteller, angefangen bei der Gruppe 47, um die Ohren schlägt. Leser/innen, die darüber hinwegsehen können und sich für die deutsche Literatur des 20. Jh. besonders interessieren, werden aber Gefallen an diesem Buch finden.
 

South Central, L.A. Lola Vasquez ist klein, zierlich, unscheinbar, anscheinend eine chica unter vielen in der Latino-Gang The Crenshaw Six . Die Gang versucht, möglichst unauffällig zu agieren, und zu dieser Strategie in einer Mucho-macho -Welt gehört auch, dass Lola nicht sichtbar wird, denn in Wahrheit ist sie die Chefin der Gang, ebenso brillant wie rücksichtslos.
Die Karten werden neu gemischt, als sie in einen Krieg zwischen einem etablierten Großdealer, einem expansionswilligen mexikanischen Kartell und einem neuen Großlieferanten gezogen wird. Auch die Polizei und die Staatsanwaltschaft mischen mit - eine Gang wie jede andere.
Lolas Achillesferse ist ihre Familie, ihre Crack-Mutter und ihr nicht allzu schlauer Bruder. Als es hart auf hart kommt, muss Lola ein paar Entscheidungen fällen, die alles andere als leichtfallen ...

 

Der Schweizer Industriellensohn Friedrich mag nicht glauben, was er in Gerüchten über den systematischen Abtransport von Juden in Deutschland hört, und reist gegen den ausdrücklichen Willen seines besorgten Vaters 1942 nach Berlin, um sich ein Bild von der Lage in der Reichshauptstadt zu verschaffen. Seine wohlgefüllte Geldbörse macht ihn attraktiv für die hübsche Sängerin Kristin, er verliebt sich leidenschaftlich in die kesse, selbstbewusste junge Frau, und es trifft ihn wie ein Schlag ins Gesicht, als er herausfindet, dass sie nicht nur eine Jüdin mit falschem Pass ist und in Wahrheit Stella heißt, sondern auch, um sich und ihre Eltern vor der Deportation zu retten, andere Juden denunziert. Ist seine Liebe stark genug, um dies zu tolerieren und zu Stella zu halten? – Wie in seinem grandiosen Debüt "Der Club" wirft Würger die Frage auf, ob man ein Verbrechen begehen darf, um ein anderes zu verhindern und gibt diese Frage gleichzeitig an die Leser weiter. Ein frühes literarisches Highlight des Jahres 2019!

 

Autobiographisches, die Auseinandersetzung mit seiner Herkunftsfamilie, Erlebnisse aus seiner Tätigkeit als Anwalt und das aktuelle Tagesgeschehen regen den Bestsellerautor Ferdinand von Schirach zu kürzeren oder längeren Texten an, die er in überaus geschliffener Sprache und lakonischem Tonfall erzählt. Die Texte sind schnörkellos und auf das Wesentliche konzentriert. Über allem liegt eine gewisse Ruhe und Melancholie. Er befasst sich in vielen Geschichten mit dem Leben vom Ende her gedacht, mit Lebensbilanz und Rückschau. Dazwischen gibt es aber auch die urkomische Beschreibung, wie Parties und Empfänge heutzutage ablaufen oder das eindeutige Statement gegen die Todesstrafe und das klare Bekenntnis zur Menschenwürde. - Ferdinand von Schirach gibt den literarischen Flaneur, der bei einer Tasse Kaffee und einer Zigarette elegant von Begebenheit zu Begebenheit, von Text zu Text schlendert und den Leser auf seinen Spaziergang mitnimmt und ihn dabei gut unterhält. Jeder kleine Essay enthält dabei allerdings unterschwellig auch die Aufforderung an den Leser, selbst weiterzudenken, sich über den Zustand der Welt und seines Lebens eigene Gedanken zu machen. Gerne zum breiten Einsatz empfohlen.

 

Die Theologin und Seelsorgerin beschreibt das Lebensgefühl vieler Menschen, die ihr in ihrer langjährigen Beratungspraxis begegnet sind, in etwa so: "Ich habe es eigentlich satt, immer nur vorsichtig, quasi unter Vorbehalt zu leben. Ängstlich, einen Fehler zu machen. Mich lieber anzupassen, statt anzuecken. Ich will mutig und angstfrei leben! Aus ganzem Herzen."
Diesem
Lebensgefühl spürt Melanie Wolfers in ihrem Ratgeber nach, vermittelt Klarheit und Orientierung für das eigene Leben und beschreibt spirituelle Wege zu einer starken Persönlichkeit.

Das Mutmacher-Buch für alle, die sich nach einem guten Leben sehnen.

 

Das aus der buddhistischen Psychologie stammende Konzept der Achtsamkeit, verbunden mit zahlreichen meditativen Übungen, soll helfen, die Geisteshaltungen von Liebe, Mitgefühl, Freude und Gelassenheit zu entwickeln und damit harmonische Beziehungen zu den Kindern aufzubauen. Die Autorin plädiert mit Beispielen aus ihrer eigenen Erziehungstätigkeit für Achtsamkeit in allen familiären Situationen wie beim Spielen, Essen, Zubettbringen, beim Sprechen, Zuhören und auch bei schwierigem Verhalten des Kindes, um falsche Reaktionen zu vermeiden und reflektiert zu reagieren. Die breite Palette der Probleme mit Kindern und das dazugehörige Verhalten der Eltern allein mit Achtsamkeit anzugehen und den Eltern dazu Meditation und meditative Übungen zu empfehlen, ist zwar wohlgemeint, aber als Ratgeber bleibt dieses Buch doch mehr der Situationsbeschreibung und der Theorie zugeneigt als der Praxis. Bei größerem Bedarf.

 

Nach "Der Koran für Christen" betrachtet das neuste Buch von Hermann-Josef Frisch, Pfarrer im Ruhestand und bekannter Publizist, das Leben des Propheten und Staatsmannes Mohammed aus christlicher Sicht. Im Hintergrund steht die Frage, welche Bedeutung der Prophet und seine Botschaften für die christliche Religion haben? Dabei werden auch die gemeinsamen Wurzeln von Christentum und Islam beleuchtet. Das Sachbuch gliedert sich in zwei große thematische Abschnitte: In dem ersten Teil wird auf das Leben Mohammeds eingegangen. Außer um den Empfang der Offenbarung geht es dabei auch um seine Familie und seine Taten als Staatsmann. Der zweite Abschnitt behandelt vor allem das Wirken des Propheten. Dabei wird beispielsweise darauf eingegangen, dass Mohammed kein Religionsstifter im eigentlichen Sinn ist, wie oft fälschlicherweise behauptet wird, da er nach muslimischem Verständnis keine neue Religion begründet, sondern eine alte erneuert habe. Beide Buchteile sind etwa gleich stark gewichtet. Das kompakte Werk kann als Einführung in das Leben und Wirken von Mohammed verstanden werden und soll vor allem dem Dialog zwischen Christentum und Islam dienen. Schon kleineren Beständen empfohlen.

 

  --- und viele andere mehr

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